Humans vs Robots

Täglich neue Entwicklungen im Technologiebereich gehören zu unserem Alltag und was noch vor wenigen Jahren unvorstellbar war, ist heute nicht mehr wegzudenken: E-Mails am Handy zu lesen oder übers Internet beinahe kostenlos mit den Verwandten in Übersee zu telefonieren zum Beispiel. 

Mein Alltag wäre ohne Internet, Computer und Smartphone definitiv ein anderer, und ich glaube so geht es den meisten von uns. 

Als Übersetzerin arbeite ich in einer Sparte, in der Roboter, oder genauer gesagt künstliche Intelligenz, immer mehr an meinem Stuhl rütteln. Doch kann ein Computer wirklich eine gleich gute oder sogar bessere Übersetzung anfertigen als ich?

 

Bevor ich diese Frage beantworten kann, möchte ich zuerst einmal die Vorteile von moderner Technologie für meinen Arbeitsalltag erwähnen, denn davon gibt es viele:

Das beginnt schon bei der Kundenaquise: Durch Internet, Google, eigene Webseite und Mitgliedschaft bei verschiedenen Berufsportalen ist man sichtbar für neue Kunden  und das auf der ganzen Welt.

Das bringt mich schon zum nächsten Punkt:

ortsunabhängiges Arbeiten: Als Übersetzerin kann ich in Innsbruck sitzen und Texte für einen Kunden in den USA übersetzen. Mithilfe des Internets sind Daten innerhalb von Sekunden übermittelt und Fragen werden einfach über Skype oder per E-Mail beantwortet.

Last but not least: das Übersetzen an sich. Statt der kostspieligen Anschaffung von Unmengen an Fachwörterbüchern und dem stundenlangen Blättern in ihnen, verwendet man heute (fast) ausschließlich Online- oder digitale Wörterbücher. Dadurch kann ich arbeiten wann und wo ich will und muss nicht mit einem Rucksack voller Bücher herumlaufen. Außerdem hilft sich ein professioneller Übersetzer mit einem sogenannten CAT-Tool (Computer Assisted Translation), einem Programm das einem Übersetzungsvorschläge macht, Vokabeln aus bereits angefertigten Übersetzungen vorschlägt und anzeigt, wenn ein Satz mehrmals in einem Text vorkommt. So wird der Prozess des Übersetzens effektiver und die konsequente Verwendung von Fachterminologie oder firmeneigenem Wording sichergestellt. 

 

Doch wenn man sich ständig vom Computer unterstützen lässt, dann könnte er doch auch gleich selbst die Arbeit erledigen, oder etwa nicht?

Ganz klar, wer die kostengünstigste Variante möchte, der ist sicher bei Google Translate und Co gut aufgehoben. Schnell, unkompliziert und billig. Hohe Qualität darf man dabei aber nicht erwarten. 

Letztes Jahr habe ich einen sehr interessanten Vortrag von Marcus Tandler zum Thema SEO gedolmetscht. Seine Botschaft war klar: Google ist keine Suchmaschine. Google ist kein Service, denn wir gratis nutzen können und der uns aus reiner Nächstenliebe zur Verfügung gestellt wird. Nein, Google arbeitet an einer künstlichen Intelligenz und wir alle sind ihre Lehrer. Jedesmal wenn wir einen Begriff suchen und dann zum Beispiel das Bild anklicken, das dem gesuchten Begriff am nächsten kommt, dann lernt die künstliche Intelligenz wieder etwas. Klickt die Mehrheit der Nutzer auf ein und dasselbe Bild eines Hundes, so weiß Google wie ein prototypischer Hund für uns Menschen aussieht.

Das Problem beim Übersetzen: Eine Maschine hat keine Gefühle und kann sie deshalb auch nicht zuordnen.

Sie kann Worte verstehen, nicht aber den Kontext.

Menschliche Kommunikation besteht nun mal nicht nur aus Worten. Wie selbstverständlich lesen wir zwischen den Zeilen, verstehen Redewendungen und feinste Nuancen. Wir wissen – der Ton macht die Musik.

Solange die künstliche Intelligenz nicht in der Lage ist, Menschen und ihre Emotionen zu verstehen und immer den Kontext zu erfassen, können wir also weiterhin ruhig schlafen.

Und wenn es soweit ist? Tja, dann haben wir vermutlich ein weit größeres Problem als arbeitslose Übersetzer...

  

Quelle: www.engrish.com
Quelle: www.engrish.com

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